Nüchtern betrachtet 

Entschleunigung? Steckt euch die sonstwo hin!

Feuilleton | aus FALTER 50/12 vom 12.12.2012

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Sobald es zu adventeln beginnt, steigt auch der Output an Besinnungsliteratur sprunghaft an. Überall kann man dann lesen, dass das hektische Geschiebe in den Fuzos dem Geist des Festes nicht entspreche. Sogar auf FM4 wurde ich dieser Tage dazu aufgefordert, doch bitte lieber Zeit als irgendeinen Konsumkrempel zu verschenken.

Ich bin weit davon entfernt, mich über dergleichen zivilisationskritische Appelle lustig zu machen. Positionen, die man als richtig erkannt hat, auch zu vertreten, obwohl diesen zugleich das modrige Odeur mangelnder Originalität anhaftet, ist fraglos ein Anzeichen von Altersweisheit.

Ich bin total für Einkehr und Entschleunigung, allerdings gegen deren saisonale Konjunkturen. Sollte man nicht auch im März, Anfang Mai und Ende September ruhig einmal etwas kürzer treten? Aber sicher, sollte man! Das einzige Problem ist, dass die allerbeste Einkehr, nämlich die in den Biergarten,


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