Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (94)

Stadtleben | aus FALTER 50/12 vom 12.12.2012

Herr O. fragt, ob er sich dagegen wehren darf, von Freunden als Taufpate ihrer Kinder eingespannt zu werden?

Nur zu, Herr O., Sie sind ein freier Mensch! Wieso aber empfinden Sie die Ehre der Taufpatenschaft als solche Bürde? Wo sie in dieser ziemlich gottlosen Gesellschaft doch gerade einen solchen Aufschwung erlebt, und Brauchtum und christliche Werte boomen. Praktischerweise widerspricht eine solche Patenschaft dem Konsumdenken nicht, denn: Ein guter Pate ist ein großzügiger. Man hat die Wahl zwischen Sym- oder Anti-PatenDasein: der Sym-Pate, der sein Patenkind nicht nur materiell, sondern auch spirituell unterstützt und ihm zur Seite steht, also der ursprüngliche Gedanke des Patentums: dem Kind notfalls die Eltern zu ersetzen. Als Anti-Pate können Sie es deutlich relaxter angehen und sich, abgesehen von Geburtstags- und Weihnachtsglückwünschen, still verhalten.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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