Wien steht drauf

Spurensuche: Petra Sturm | Stadtleben | aus FALTER 50/12 vom 12.12.2012

Wer oder was steckt hinter den mysteriösen Schablonengraffiti auf Gehsteigen?

Wer sind bloß Bianca, Bettina und Carl? Aufmerksame Fußgänger fragen sich das wohl schon länger. Seit einiger Zeit zieren rätselhafte Textbotschaften mit persönlicher Anrede und dringlichem Inhalt Wiens Gehsteige; gesprüht nicht in Nowhere-Areas, sondern an hochfrequentierten Orten. Dort, wo sie auf Leute mit Interesse stoßen: im Bobo-Bezirk Neubau oder im Karmeliterviertel oder rund um das Yppenplatz-Kunstquartier.

Die weißen Sätze auf Asphalt tauchen vor allem vor den Eingängen zu Galerien und hippen Szeneläden auf. Das Café Phil hat einen, und auch den Galerien in der Schleifmühlgasse und der Transporter-Bar steht die Streetart-Typo bestens zu Gesicht.

Einige Geschäftsleute haben die wetterfesten Schriftzüge vor ihren Auslagen und Portalen mit Aceton oder kräftigem Bürsten in Eigenregie entfernt, andere stört’s nicht. "Belebend“, "passt eh gut zu uns“, "solang nicht jeder sprüht“ bekommt

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