Menschen

Schöne Männer

Falters Zoo | Ingrid Brodnig, Christopher Wurmdobler | aus FALTER 50/12 vom 12.12.2012

Gleich vorweg: Adrien Brody ist in echt natürlich noch schöner als im Film. Aber auch kleiner. Der US-Schauspieler, der vor zehn Jahren einen Oscar für die Titelrolle im Holocaust-Drama "The Pianist“ gewann, ist neben der Schauspielerei auch noch Diesel-Model. Und in dieser Funktion kam Brody, 39, nun nach Wien zum Reopening des Diesel-Flagshipstores am Kohlmarkt. Bei dieser Veranstaltung kam sich der Mann möglicherweise vor wie Brigitte Bardot im Filmklassiker "Privatleben“. Nicht nur Profi-Fotografen und -Kameramänner stürzten sich auf den schlaksigen Schauspieler, auch alle anderen Gäste versuchten, mit ihren Handys Beweisfotos von dem Star zu machen. Der war freilich ganz Profi und nahm den Rummel gelassen. Nach ein paar Rundgängen durch das neue Geschäft erzählte er, dass sein Wien-Aufenthalt nur ein kurzer sei und dass er am nächsten Tag nach Malaysia weiterreise. Und die anwesenden Bloggerinnen seufzten. Zum Abschluss gab es im Flagschiffgeschäft dann noch ein Ständchen der lokalen Sängerin Anna F.; Mr. Brody shakte dazu. Sonst noch mit dabei waren Kunstmäzenin Francesca Habsburg samt Sohnemann Ferdinand und Life-Ball-Organisator Gery Keszler. Vielleicht sieht man Brody in Wien ja ohnehin demnächst wieder - beim Life Ball. Schauen wir einmal.

Ach ja, lustig: Die Österreichischen Kabarettpreise wurden verliehen. Jungspatz und Ombudsmann Hosea Ratschiller bekam den Förderpreis und eine Laudatio vom Kollegen Thomas Maurer; der Hauptpreis ging an das Duo Thomas Stipsits und Manuel Rubey. Einen Sonderpreis fürs lustige Lebenswerk erhielt der Zeichner Manfred Deix vom Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny überreicht. Deix’ Schwager machte einen auf Beach-Boy. Leider sah man den Geehrten diesmal nicht vor Freude mit dem Sessel durch den Saal hopsen. Gibt es eigentlich auch lustige Frauen, die man mit lustigen Preisen dekorieren könnte?

Apropos lustig: Der Clown und Unterhaltungskünstler Jango Edwards - der Mann machte einst "Tohuwabohu“ richtig gaga und erträglich - bekam vom Kulturstadtrat das Goldene Verdienstzeichen. Er sei "Pantomime, Tänzer, Jongleur, Komponist, Autor, Magier, Professor, Schauspieler, Ehemann, Choreograf, Produzent und Regisseur“, sagte Mailath-Pokorny in seiner Rede. Und irgendwas davon war offenbar auch irre gut für unser schönes Städtchen.

Gut fand wohl auch Scott Matthew Wien. Jedenfalls gastierte er gleich an zwei Abenden hintereinander im Musik- und Buchlokal Phil und gab wunderschöne Wohnzimmerkonzerte (siehe auch Frau Knechts Kolumne nebenan). Mit Coverversionen und seiner persönlichen Hitparade nämlich und begleitet vom Co-Gitarristen Jürgen Stark. Und er wäre nicht unser Lieblingssänger, wenn nicht sogar eine Whitney-Houston-Nummer nach Scott Matthew klingen würde. Inklusive Singalong. 2013 erscheint das Coveralbum. Freude.

Zugegeben, mit Adrien Brody kann kaum ein Mann mithalten. Die Jungs von der Frittenbude versuchen es aber auch gar nicht. Sänger Johannes Rögner weckt mit seinem Rauschebart und Haube eher Assoziationen an einen groß gewachsenen Schlumpf. Einen Partyschlumpf. Dem Publikum in der Arena schien die Elektromucke der Bayern sehr zu gefallen. Ihre leicht antideutschen Tendenzen stoßen ja auch stets auf Begeisterung in der österreichischen Menge. So hielten etwa alle beim Song "Raven gegen Deutschland“ den Stinkefinger in die Höhe. Klaro, das können wir Ösis! Nämlich ganz schön.

E-Mail an den Zoo: zoo@falter.at


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