Kritiken

Sie schießt scharf! Ibsen in der Josefstadt

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 50/12 vom 12.12.2012

Vom Ehemann ist sie schon nach sechs Monaten unendlich gelangweilt, den früheren Liebhaber nötigt sie zum "würdevollen“ Selbstmord. Als daraus nichts wird - tot ist er, jedoch durch einen Unfall mit Heddas Pistole, vermeldet Justizrat Brack, der Lustmolch und Erpresser -, erschießt sich Frau Tesman, geborene Gabler. Alexandra Liedtke inszeniert Ibsens "Hedda Gabler“ ziemlich drastisch auf fast leerer Bühne, mag sich aber nicht zwischen Tragödie und Komödie entscheiden. Die Frage, ob Hedda schwanger ist, scheint ihr wichtiger. Peter Scholz greift als Brack an Heddas Busen und in ihr Höschen, während Raphael von Bargens Løvborg seinen trainierten Oberkörper präsentiert. Maria Köstlinger (Hedda) ist sichtlich wenig amüsiert von diesen Exzessen. Für solche Unentschiedenheit gibt es nur verhaltenen Beifall.

Theater in der Josefstadt, So 15.00


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