Kritiken

In der Secession nichtet das Nichts

Lexikon | aus FALTER 50/12 vom 12.12.2012

Und wo, bitte, ist die Kunst? Der Besucher der Ausstellung der US-Künstlerin Liz Deschenes sieht zunächst nur leere Räume. Dann bemerkt er vertikale, leistenartige Flächen, die den Raum rhythmisieren. Die Künstlerin beschäftigt sich mit fotografischem Material, in diesem Fall mit Fotopapier. Die Bildstreifen sind aus lichtempfindlichem Papier gemacht, wodurch sie sich im Lauf der Zeit verändern. Das geschieht ganz langsam, ohne dass der Betrachter davon Notiz nimmt. Man nennt so eine Kunst komplex, da sie sich mit den Medienapparaten und der Struktur von Bildern beschäftigt. So beruht die Installation in der Secession auf der Untersuchung von Breitbildkameras, wie genau, versteht man nicht. Trotz aller Analytik strahlt Deschenes‘ Kunst auch etwas Auratisch-Geheimnisvolles aus. Also, nicht zu viel grübeln, just relax! MD

Secession, bis 10.2.


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