Neu im Kino

Kein langer, ruhiger Fluss: "Trains of Thoughts“

Lexikon | aus FALTER 50/12 vom 12.12.2012

Der besondere Reiz des Vergleichs liegt darin, Unterschiede zu finden. Das trifft auf Menschen genauso zu wie auf U-Bahnen. In Tokio beispielsweise gibt es eine Linie, die für Selbstmörder besonders anziehend ist, in Moskau sind die Passagiere stolz auf die schönste U-Bahn der Welt. Die anderen Großstädte, in deren Untergrund Timo Novotny sich für "Trains of Thoughts“ begeben hat, sind New York, Hongkong und Los Angeles. Bei dieser Suche nach Eigenheiten im Gemeinsamen setzt Novotny, wie schon in "Life in Loops - A Megacities RMX“ (2006, frei nach M. Glawogger) unterstützt vom Soundteppich der Sofa Surfers, auf die totale Überwältigung: Extreme Untersichten, Assoziationsmontagen, Gedankensplitter über Gott und die Welt aus dem Off. Das Leben ist eben gar kein langer, ruhiger Fluss, sondern eine berauschende U-Bahn-Fahrt. MP

Derzeit im Kino (OmU im Gartenbau)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige