Kunst Kritik

Vom Hochglanz zum Tiefgang

Woche | aus FALTER 51/12 vom 19.12.2012

Erwin Wurm: Ohne Titel, 2012

Luftig und lustig kennt man den Wiener Künstler Erwin Wurm aus seinen One-Minute-Sculptures. Darin hält er komische Begegnungen zwischen Menschen und Dingen fest. In der Albertina zeigt sich der Künstler nun von einer anderen Seite. Auf einer Serie gezeichneter Selbstporträts stellt sich Wurm als Leidensmann dar. Außerdem übermalte er Aktfotos von Männern, veränderte ihre Konturen so, dass unförmige Massen entstehen. Der Künstler verweigert sich der Hochglanzästhetik auch insofern, als die Dargestellten alte, hässliche Männer sind. Damit knüpft Wurm an jenen prekären Humanismus an, wie er von 50er-Jahre-Künstlern wie Fritz Wotruba vertreten wurde, eine erstaunliche Kehrtwende für einen Hauptvertreter der Spektakelkunst. MD

Albertina, bis 17.2.


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