Ohne Pferd gen Pjöngjang: Actiongurke "Red Dawn“

Woche | aus FALTER 51/12 vom 19.12.2012

Actionkino ist eine Frage des Timing. Was die Kampfszenenregie betrifft, kriegt Dan Bradley (bisher als Stuntkoordinator tätig) das halbwegs hin. Ansonsten ist sein Remake von "Red Dawn“ dem Original von 1984 in Sachen Zeitbezug weit unterlegen: John Milius’ "Die rote Flut“ war eine üble Cold-War-Fantasie über Teenieguerilla (u.a. die Herren Swayze und Sheen jr.) nach kubanisch-sowjetischer Invasion der USA. Ja, so war diese Zeit: Reagan und Regeneration durch Tradition - mit belehrenden Vätern, Heldenstatuen, Partisanen zu Pferd. (Die Besatzer, auch traditionsbewusst, zeigten im Mainstreet-Kino Eisensteins "Alexander Newski“.) Das Remake bietet kaum Papa, kein Pferd und weniger Patriotismus als die Tea Party fordert, aber das Timing des Kinostarts stimmt: Die 2009 gedrehte Gurke wartet mit seitdem zum Thor (Chris Hemsworth) bzw. Panem-Tributant (Josh Hutcherson) avancierten Wastln auf; dass man die Invasoren, beim Dreh noch aus China, digital zu Nordkoreanern umadjustiert hat, wurde vom Regime in Pjöngjang mit Jubel und neuen Raketentests quittiert. DR. ROBNIK

Ab 26.12. in den Kinos (OF im Artis)


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