Kommentar Verlagswesen

Es rauscht im deutschen Blätterwald, die Nasen sind rot, die Füße kalt

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 51/12 vom 19.12.2012

Über eines konnte sich der deutsche Literaturbetrieb dieser Tage ganz gewiss nicht beschweren: dass ihm der Gesprächsstoff für die Weihnachtsfeiern ausgehen würde. Zuerst der brutale Infight Barlach gegen Berkéwicz bei Suhrkamp; und dann auch noch die längst anstehende, schlussendlich aber doch überraschend bekanntgegebene und ausgefallene Entscheidung beim Carl-Hanser-Verlag, wo Michael Krüger mit Ende nächsten Jahres ausscheiden und Platz für seinen um ein Vierteljahrhundert jüngeren Nachfolger Jo Lendle machen wird (siehe auch Meldung auf Seite 37).

Suhrkamp und Hanser, das sind zwei Verlage, deren Bücher nicht nur in den Falter-Literaturcharts immer gut vertreten sind (siehe Seite 32), das sind auch die Letzten ihrer Art. Denn von den deutschen Traditionsverlagen gibt es mittlerweile kaum noch welche, die keinem der großen Verlags- und Medienkonzerne angehören: S. Fischer und Rowohlt sind schon lange, Kiepenheuer & Witsch ist seit Anfang des Jahrtausends Teil der Holtzbrinck-Gruppe;


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