"Du bist die Faust nicht wert, die deine Nase bricht“

Politik | Rezension: Gerlinde Pölsler | aus FALTER 51/12 vom 19.12.2012

Ein deutscher Journalist hat 50 Neonazi-Konzerte undercover gefilmt. Sein Buch ist ein Dokument des Hasses - und eine Anklage

Jahrelang hat er sich auf diesen Abend vorbereitet. Das Objektiv der Minikamera linst aus seinem Polohemd, das Aufnahmegerät hängt am Gürtel, verdeckt von der Bomberjacke. Wird der Saalschutz am Eingang die Gäste nach Waffen filzen? Dann müsste er umdrehen.

Wieder und wieder prüft der frisch Kahlgeschorene in seinen Springerstiefeln, ob die Technik funktioniert. Als er am geheimen Konzertort ankommt, lässt ihn das, was er von drinnen hört, erschaudern: das Noie-Werte-Lied "Ich kenne deinen Namen, ich kenne dein Gesicht. Du bist die Faust nicht wert, die deine Nase bricht.“

Gerade trifft eine Neonazi-Nachhut ein, die die Security kennt, er mischt sich unter sie - und ist drinnen. Doch die Panik bleibt den ganzen Abend. Was passieren würde, wenn er aufflöge, daran lassen die Neonazis im Internet keinen Zweifel: "Wenn wir den erwischen, dann stellen wir ihn


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