Mediaforschung  Verführungskolumne

Warum sprechen Sie gezielt Atheisten an, Herr Salvenmoser?

Medien | Vera Bandion | aus FALTER 51/12 vom 19.12.2012

Das ist ein Plakat für Agnostiker, Atheisten, Katholiken und Andersgläubige, Nihilisten und Skeptizisten“ steht in schwarzen Buchstaben auf weißem Hintergrund. Auf den ersten Blick vermutet man nicht unbedingt, dass eine christliche Gemeinschaft Auftraggeber des schlichten Plakats ist, das im Großraum Wien für Offenheit wirbt. Dass Katholiken als einzige Religion extra genannt werden und das kleine Kreuz in der rechten oberen Ecke, das Logo des CS Hospizes Rennweg, machen es bei genauerer Betrachtung dann doch deutlich.

Warum wirbt eine Einrichtung der Caritas Socialis, ein katholischer Schwesternorden, um Andersgläubige und Ungläubige? "Weil die Caritas Socialis ein christlicher Orden ist, glauben die Leute, dass nur Christen willkommen sind. Das ist ein großer Irrtum“, erklärt Walther Salvenmoser von der Agentur Lowe GGK, der die Kampagne unentgeltlich gestaltet hat. "Im Hospiz der CS werden alle betreut, es ist völlig wurscht, ob man Geld hat oder nicht, Ausländer oder Österreicher ist.“ Und eben auch, woran man glaubt. "Wir hatten die Idee, das Ganze mit einer Metapher darzustellen und eine Frau mit Burka zu zeigen, aber das wäre auch einseitig gewesen“, sagt Salvenmoser.

Und was sind eigentlich Skeptizisten? "Das ist eine ganz bewusste Neuschöpfung von mir“, erklärt Salvenmoser. Gemeint sind jene, die extrem skeptisch gegenüber jeder Religion sind. "Wir wollten alle abdecken. Wir hätten auch schreiben können: ‚Ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch‘.“


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