Der Letzte macht das Licht aus

Feuilleton | Skandalchronik: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 51/12 vom 19.12.2012

Das Burgtheater spielt ein frühes Stück von Thomas Bernhard, das vor 40 Jahren die kuriose "Notlicht-Affäre“ auslöste

Am Silvesterabend, das ist in der Direktion Hartmann so Tradition, gibt es im Burgtheater eine Premiere. Heuer wird "Der Ignorant und der Wahnsinnige“ von Thomas Bernhard gespielt (Regie: Jan Bosse).

Bei der Uraufführung, vor 40 Jahren hatte das Stück einen der kuriosesten Skandale der Theatergeschichte ausgelöst. Die Premiere fand am 29. Juli 1972 bei den Salzburger Festspielen statt. Es sollte bei dieser einen Aufführung bleiben; nach einem Eklat hatten sich Regisseur Claus Peymann und die Schauspieler geweigert, die übrigen Vorstellungen zu spielen.

Was war geschehen? Anlass war eine scheinbar harmlose Szenenanweisung kurz vor Schluss: "Die Bühne ist vollkommen finster.“ Der Regisseur wollte die letzten zwei Minuten also in absoluter Dunkelheit spielen lassen.

Um diesen Effekt zu erzielen, sollte auch die Notbeleuchtung im Zuschauerraum für zwei Minuten ausgeschaltet


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