Der Chronist der Ausgestoßenen

Feuilleton | Porträt: Sigrid Löffler | aus FALTER 51/12 vom 19.12.2012

Der Schriftsteller Liao Yiwu ist das Sprachrohr der Erniedrigten und Beleidigten Chinas. Er weiß, wovon er schreibt - er war einer von ihnen

In seinen Büchern nennt sich Liao Yiwu, der neue Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, selbst "Chronist der Ausgestoßenen und Missachteten am Bodensatz der chinesischen Gesellschaft“. Doch was muss einer erlebt und erlitten haben, wie nahe muss er selbst den Menschen am unteren Rand der chinesischen Gesellschaft gekommen sein, bis er von sich sagen kann, er sei deren Chronist?

Liao Yiwu ist Autor, Dichter, Volkssänger, Musiker und Performer. Seine Werke sind in China verboten. Er ist 54 Jahre alt, er war in seinem Leben schon Straßenkind, Küchenhelfer, Lastwagenfahrer, Untergrundpoet, Gelegenheitsarbeiter, Herumtreiber, Krawallmacher, Straßenmusiker, schikanierter Dissident und politischer Häftling.

Seit seiner illegalen Ausreise aus China im Juli 2011, als ihm die Flucht über Vietnam nach Deutschland gelang, lebt Yiwu in Berlin-Charlottenburg


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