Nüchtern betrachtet 

Was die Iren über Stew erzählen, ist gelogen!

Feuilleton | aus FALTER 51/12 vom 19.12.2012

Unlängst habe ich in eine Tote-Hosen-Doku gezappt und bin hängengeblieben. Ich glaube, das ist vielen passiert. Der einzigen Person, mit der ich darüber gesprochen habe, ist es nämlich genauso ergangen. Mein Verhältnis zu den Toten Hosen ist eines des interesselosen Wohlgefallens. Ich besitze kein einziges Album der Toten Hosen und werde auch nie ein Tote-Hosen-Album besitzen, finde aber gut, dass es die Toten Hosen gibt.

Beeindruckend an den Toten Hosen finde ich, dass sie ihren Fans, wie man so sagt, "auf Augenhöhe“ begegnen. Die spielen bei denen zu Hause, übernachten bei denen, tragen das schmutzige Geschirr in die Küche und beschimpfen deren Eltern, wenn diese die Nase über den Umgang ihrer Kinder rümpfen. Ich bin kein Soziopath, sondern eh ein netter Kerl, aber ich habe ein "Nähe-Distanz-Problem“, wie mein Analytiker es ausdrückt. Das bedeutet, dass ich das schmutzige Geschirr meiner Fans nicht in die Küche tragen und deren Eltern nicht beschimpfen möchte.

Die Tote-Hosen-Doku


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige