Urbanes Betragen

Stadtleben | aus FALTER 51/12 vom 19.12.2012

Benimmfibel für Großstadtmenschen (95)

Herr M. hätte folgende Frage: Wenn man einen Hund beleidigt, beleidigt man damit eigentlich auch dessen Besitzer?

Anzunehmen, dass nicht von den üblichen Sprüchen die Rede ist, wie die Gier, die ein Hund ist, oder die Faulheit, die ja bekanntlich ein Leben führt, wie ein junger ebensolcher. Die Frage ist vielmehr, wie es darum steht, wenn jemand den eigenen Hund als "Scheißköter“ oder Ähnliches tituliert. Werter Herr M., das hängt ganz davon ab, ob Sie sich auch von blöden Sprüchen über "deine Mudda, Oida“ verletzt fühlen. Hegen Sie derartige Familiendünkel, ist es freilich auch dann an der Zeit, das Kriegsbeil auszugraben, wenn man Ihren Hund verspottet. Schließlich ist auch dieser Klanmitglied, und somit gilt: Wer ihm ans Bein pisst, pisst auch an Ihres! Kann man Sie hingegen mit derlei Chauvinismus nicht hinter dem Ofen hervorlocken, bleiben Sie getrost im Warmen und genießen die Gemütlichkeit!

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige