Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Chicha Morada

Über schwarze Limonaden und Dirty Language aus Peru

Stadtleben | aus FALTER 51/12 vom 19.12.2012

Ich hoffe, die Tränen sind beim Versuch, die innere Reinigung mittels Şalgam Suyu zu bewerkstelligen, nicht allzu heftig geflossen. Die schöne dunkelrote Farbe dieses milchsäurevergorenen Gemüsesafts erinnerte, wie bereits erwähnt, an ein Getränkeerlebnis in Peru: Chicha Morada heißt der wundersame Saft. Es handelt sich um eine dunkelviolette Limonade, deren Farbe vom dort typischen schwarzen Maiskolben herrührt. Sie werden zusammen mit Ananasschalen, Zucker, Zimtstangen und Gewürznelken so lange gekocht, bis eine dunkle, fruchtig-süße Flüssigkeit entsteht. Sollte man also eine kopfschonende Alternative zu Punsch, Glühwein und Konsorten suchen, dann ist man mit Chicha Morada gut bedient. In Österreich wird man dieser Maiskolben aber kaum habhaft, deswegen kann man sich auch mit gemahlenem Pulver (ungezuckert mit Gewürzen) beispielsweise von der Firma Saborsano via Internet behelfen. Bioananasschalen (endlich eine Verwertung!) kann man trotzdem gemeinsam mit dem Zucker und zusätzlich beigefügten Gewürzen auskochen und gegen Ende das Pulver laut Rezept hinzutun. Limettensaft rundet die Sache erfrischend ab. Von den Mengen her ist es ein Experiment, je nachdem, wie süß oder würzig es sein soll.

Chicha erinnert auch an ein wirklich schlimmes Schimpfwort, mit dem man, sollte man je von Peruanern belästigt werden, Lebewesen in echte Salzsäulen verwandeln kann. Sie wollen wirklich wissen, um welches Schimpfwort es sich handelt? Que chucha te pasa! Recherchieren Sie selbst. MS


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