Ins Mark  Der Kommentar zur steirischen Woche

Liebes Christkind!

Steiermark | aus FALTER 51/12 vom 19.12.2012

Ich weiß nicht, ob es noch Sinn hat, Wünsche an dich zu deponieren, wo doch in ein paar Tagen die Welt untergeht. Sollte sie aber doch bestehen bleiben, hier eine kleine Wunschliste: Bitte, liebes Christkind, mach, dass unserem Bürgermeister nicht noch ein Verbot einfällt. Er könnte ja zur Abwechslung einmal etwas erlauben - zum Beispiel Straßenmusik an jeder Ecke oder Betteln im Rathaus. Dann wäre es auch gut, wenn die neue Stadtregierung bald eine Lösung gegen den Feinstaub finden würde. Im vergangenen Jahr wollte Bürgermeister Siegfried Nagl die Umweltzone einführen, dann hat er die Leute gefragt, ob sie das wirklich ganz echt wollen, und die Zone war abgeblasen. Gegen den Feinstaub muss aber etwas geschehen, immerhin kostet er uns Lebensmonate - was egal ist, wenn die Welt untergeht, aber wenn nicht …

Im Land sparen die "Reformpartner“ weiterhin im Sozialbereich. Liebes Christkind, könnte es nicht auch anders gehen? Gerhard Lehner, ein Wirtschaftsexperte, meinte, dass man mit neuen Abgaben bis zu 40 Millionen Euro einnehmen könnte. Das rettet nicht die Welt, aber immerhin. Noch etwas ist passiert: Die Gleichbehandlungskommission hat nachgewiesen, dass bei der Bewertung für zwei Schulleiterbesetzungen manipuliert worden sei und so Männer statt Frauen zum Zug kamen. Das schreibt die Kleine Zeitung. Offenbar hätte bei einer Besetzung der männliche Bewerber der richtigen Partei angehört. Jetzt wirst du fragen, was das mit Reform zu tun hat. Und du hast Recht: faire Postenvergabe, egal ob Frau oder Mann, egal welche Partei - das wäre auch ein Wunsch fürs neue Jahr. Nichts gegen dich, liebes Christkind, aber ob das bloß Wünsche bleiben?

Donja Noormofidi ist Redakteurin im Steiermark-Falter


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