Menschen

Best of Gut

Falters Zoo | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 51/12 vom 19.12.2012

Normalerweise haben ja nur die ganz großen Wiener Museen die ganz großen Stars zu Besuch. Zumindest haben wir nichts davon gehört, dass Madonna das Heizungsmuseum besucht hätte oder Rihanna das Schnapsmuseum. Dass die große Sängerin Marianne Faithfull in der Bibliothek des Jüdischen Museums zu Gast war, haben wir aber mitbekommen. Auch weil es ein Beweisfoto von ihr mit Museumsdirektorin Danielle Spera gibt. Frau Faithfull war nämlich wegen Dreharbeiten für eine Dokumentation in Wien - im Film, so hört man, geht es auch um die österreichisch-ungarischen Wurzeln der Engländerin.

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Burgschauspielerin Maria Happel mögen wir ja auch sehr. Damit sind wir nicht so alleine, weshalb Frau Happel stets viele Fragen ("Wie sind Sie eigentlich ans Burgtheater gekommen?“) beantworten muss. Langweilig auf die Dauer. Also nicht für die Neugiernasen, aber für die Schauspielerin. Darum hat diese nun ein Buch geschrieben, das Antworten auf alle möglichen Fragen geben soll: "Das Schnitzel ist umbesetzt“ (Amalthea-Verlag) heißt die Anekdotensammlung, die kürzlich im Akademietheater präsentiert wurde. Ist Maria Happel eigentlich mit dem Ernst-Happel-Stadion verwandt?

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Machen wir doch gleich weiter mit Menschen, die wir mögen. Die Falter-Zoo-Direktion bringt zum Jahresende jenen Persönlichkeiten ein Ständchen, die auf der guten Seite stehen; eine Art "Best of Gut“ als Alternative zur Beilage "Best of Böse“.

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Eines der besten Konzerte 2012 hat uns zum Beispiel der Nino aus Wien, Nino Mandl, serviert - gleich zu Jahresbeginn mit Unterstützung von Kollegen im Radiokulturhaus. Soap&Skin oder Vera Kropf und Lisa Berger von Luise Pop aber auch; diese Luise ist regelmäßig Zoo-Gast. Preisträger des Jahres? Architekt und Kaffeehauseinrichter Gregor Eichinger bekam das Kaffeesiederkännchen. Das klingt erstens niedlich, und zweitens hat er es völlig zu Recht bekommen. Des Baumeisters Opernballgast des Jahrtausends war heuer Aktrice und Dschungelkönigin Brigitte Nielsen - allein schon weil die beeindruckende Dänin ihre impertinenten Gastgeber so nonchalant abzusnobben verstand und immer "Lügner“ statt Lugner sagte, haha!

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Schönheitspreise müssen wir natürlich auch noch verteilen. Wo wir grad beim Opernball waren: Christiane Hörbiger bekommt die goldene Haarbürste für die umwerfendste Opernballfrisur in der Kategorie Punk. Platz eins für den besten Vollbart teilen sich Conchita Wurst und Scott Matthew. Wobei es im Gegensatz zum freundlichen Sänger aus New York um Frau Wurst seltsam still geworden ist. Und weil wir hier ein bisschen auch die Anti-Klatsch-Spalte sein wollen, vergeben wir jetzt auch noch ein "Best dressed“ an genau jene, der andere Klatschspalten regelmäßig unterstellen, keinen Modegeschmack zu haben. Wir halten Kunstmäzenin Francesca von Habsburg für eine der bestgekleideten Persönlichkeiten der Stadt. Im Ernst. Die Auszeichnung für die beste ungewollte Werbung für unsere Lieblingszeitung geht an das deutsche Fernsehfräuleinwunder Sarah Kuttner. Bei einer Lesung im Rabenhof rief sie mehrfach "Alter Falter!“, um ihrer Euphorie für Wien Ausdruck zu verleihen. Unbezahlbar!

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Hat eigentlich inzwischen einmal jemand den Werbespot gesehen, den Gucci angeblich mit Charlotte Casiraghi in Wien gedreht hat? Oder die Fotos für Westwood, die man mit Kate Moss im Kunsthistorischen Museum geschossen hat? Immerhin: Manche Menschen hatten Tickets für die Festwochen-Produktion mit Cate Blanchett in der Hauptrolle. Die Schauspielerin war wirklich da. Angeblich.

E-Mail an den Zoo: zoo@falter.at


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