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Falters Zoo | aus FALTER 51/12 vom 19.12.2012

Gehören Sie auch zu jenen Menschen, die Weihnachtsgeschenke nur in allerletzter Minute besorgen? Dann kann Ihnen diese grundsätzlich in allerletzter Minute vor Redaktionsschluss geschriebene Kolumne sicher kompetent weiterhelfen.

Die gern und vielfach verbreitete Meinung, es komme nur auf die Absicht und nicht so sehr auf den materiellen Wert des Geschenks an, ist natürlich ein Irrtum. Es gilt auch hier das menschliche Grundprinzip "nicht kleckern, klotzen“. Aber - Obacht - nicht jeder freut sich gleich über eine Reise ins Weltall. Die "Aerospace Medical Association Commercial Spaceflight Working Group“ warnt sogar in einer Aussendung davor, allzu leichtfertig Raketenflüge zu verschenken. Sternenreisende könnten unter Appetitlosigkeit, Raumkrankheit, Schlafstörungen, Dehydrierung und Rückenschmerzen leiden.

Ich hingegen warne vor allen Gadgets, die mit USB- oder iPhone- anfangen: also klares Nein zum USB-Nageltrockner "Blow Monkey“ oder zu iPhone-Keksausstechformen. Das verursacht auch alles nur Schlafstörungen und Schmerzen.

Wozu ich rate: Der medienaffine Mensch des 21. Jahrhunderts verschenkt vorzugsweise einen Twitter-Account. Weil warum? Einerseits wirkt man mittlerweile ohne Micro-Blog wie der letzte meinungslose Alm-Öhi und andererseits … lassen wir es vorerst einmal beim Einerseits.

Karl Lagerfelds Katze Choupette twittert nämlich jetzt auch und zieht mit dem Kampfschrei "Chanel is my catnip“ und "I am a spoiled pussy“ bereits mehr als 24.000 Follower hinter sich her. Nachdem Lagerfeld einem Modemagazin Details zum Luxusleben seiner pelzigen Freundin anvertraut hatte, erschien plötzlich der Twitter-Account von Choupette. Eine gewisse Ashley Tschudin fand, dass Lebewesen in dieser Position auch eine öffentliche Stimme brauchen und führt seitdem das Konto.

Ein regelmäßig gepflegter Twitter-Account ist ein Liebesbeweis, über den sich sicher auch Ihre Freunde zu Weihnachten freuen.

Karl Lagerfeld hingegen trug seinen zwei für die Katzenpflege abgestellten Dienstmädchen auf, alles zu notieren, "was sie gemacht hat, was sie gegessen hat, wie sie sich benommen hat und ob sie geschlafen hat“. Dann drohte er sehr unweihnachtlich: "Wir haben jetzt schon 600 Seiten Katzentagebuch. Es wäre bestimmt lustig, ein Buch daraus zu machen!“ Ein gutes Geschenk für beste Feinde.

iwaniewicz@falter.at

zeichnung: püribauer.com


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