Revolution zwischen Döbling und Wisconsin

Politik | Nachruf: Werner Hanak-Lettner | aus FALTER 02/13 vom 09.01.2013

Über das abenteuerliche Leben der Frauenrechtlerin Gerda Lerner (1920-2013)

Sie schrieb Standardwerke, man überhäufte sie mit 18 Ehrendoktoraten, sie stellte das erste Studienprogramm für "Women’s history“ in den USA zusammen und revolutionierte damit die Geschichtsschreibung. Doch die Revolution hatte schon in Gerda Lerners bürgerlich-jüdischem Elternhaus in der Döblinger Pokornygasse begonnen: Weil die Teenagerin das Gefühl hatte, "nicht genug an Gott zu glauben“, sagte sie ihre Bat-Mizwa ab. Und weil sich Onkel und Vater bei den Kanonenschüssen auf den nahen Karl-Marx-Hof nicht stark genug von Bundeskanzler Dollfuß distanzierten, ging sie in den familiären und politischen Untergrund.

Dass sie in den USA im Alter von 92 "in Frieden“ sterben konnte, ist nicht selbstverständlich. Zweimal war sie in Wien dem Tod nahe. 1938 kam sie in Gestapohaft, da man ihren nach Liechtenstein geflohenen Vater Robert Kronstein, den bisherigen Eigentümer der Rathausapotheke, noch weiter


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