Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Ewald Stadler schenkt seinen Kollegen zum Christkind Plastikföten


Nina Horaczek
Politik | aus FALTER 02/13 vom 09.01.2013

Die grüne EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek staunte nicht schlecht, als sie kürzlich ihr Postfach im EU-Parlament ausräumte. Ausgerechnet der BZÖ-Politiker Ewald Stadler schickte ihr "Weihnachtsgrüße“ - allerdings verbunden mit einem wenig geschmackvollen Geschenk. Stadler hatte ihre einen Plastikembryo zum Brief gelegt. Auf Briefpapier des EU-Parlaments schreibt Stadler, "das sicherlich vielen von Ihnen bereits bekannte Modell eines ungeborenen Kindes sende ich Ihnen heute als kleinen Weihnachtsgruß“, und plädiert für den Schutz von Ungeborenen.

Es ist nicht das erste Mal, dass der BZÖ-Abgeordnete als katholischer Fundi auftritt. Auch als in Irland eine Schwangere starb, weil Ärzte die Abtreibung ihres kranken Embryos verweigerten, schrieb Stadler seinen EU-Kollegen. Dieser Vorfall werde von Abtreibungsbefürwortern nur ausgenutzt, das irische Gesetz, das Abtreibungen verbietet, sei ein Modell für die EU.

"Derartige Weihnachtspost ist des EU-Parlaments unwürdig“, sagt Lunacek. "Das Recht auf Abtreibung darf nicht infrage gestellt werden.“

Stadler war für keine Stellungnahme erreichbar. "Das ist eine Privatinitiative von Stadler“, heißt es aus dem BZÖ, "wir respektieren seinen Glauben, aber das ist nicht Parteilinie.“ F


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