Die Kehrseite der Melancholie

Überblick: Gerhard Midding | Feuilleton | aus FALTER 02/13 vom 09.01.2013

Glanzstücke des italienischen Nachkriegskinos: die Retrospektive der Regisseure Valerio Zurlini und Antonio Pietrangeli im Filmmuseum

Einige der Ruhmesblätter des italienischen Nachkriegskinos verdanken sich einem seiner eigentlich eher verwerflichen Aspekte: dem Hang zur Nachsynchronisation, der Weigerung, mit Originalton zu drehen. Dadurch wurde die Besetzung der Filme wunderbar durchlässig. Vor allem öffnete sie sich für Schauspieler aus Frankreich.

Manche von ihnen sah man so entspannt und glutvoll wie nie zuvor. In "Wilder Sommer“ gibt sich der blutjunge Jean-Louis Trintignant mit der Ergriffenheit eines Balletttänzers in den Bann der Liebe zu Eleonora Rossi-Drago. In "Adua und ihre Gefährtinnen“ zeigt Simone Signoret eine Gabe zu robuster Verliebtheit, wie sie ihr daheim kein Regisseur mehr angetragen hatte; Emmanuelle Riva umgibt im gleichen Film eine ungekannte Aura zärtlicher Frauenliebe.

Jacques Perrin scheint heroisch gereift in den zwei Jahren, die zwischen "Das Mädchen

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige