Nüchtern betrachtet

Dialektik im Zeitalter des Railjet-Buffets

Feuilleton | aus FALTER 02/13 vom 09.01.2013

Im ausgehenden 20. Jahrhundert bin ich relativ häufig am Bahnhof St. Pölten aus-, ein- und umgestiegen. Die Frequenz meiner St.-Pölten-Präsenzen hat in den letzten Jahren freilich deutlich abgenommen, und der Umstand, dass St. Pölten nun von Wien aus per Zug in weniger als einer halben Stunde erreicht werden kann, hat mir St. Pölten nicht wirklich nähergebracht, sondern lediglich die gefühlte Purkersdorferisierung St. Pöltens vorangetrieben.

Obwohl ich Optimierungen auf dem Sektor des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs durchaus applausbereit gegenüberstehe, lehne ich einen eindimensional akzelerativen Fortschrittsbegriff ab. Man kommt jetzt schneller von Wien nach St. Pölten (und vice versa) - aber um welchen Preis?!!

Die Schattenseiten der Purkersdorferisierung St. Pöltens bestehen unter anderem darin, dass es nun unsinnig geworden ist, sich im Railjet ein Begleitbier für die Strecke von Wien nach St. Pölten zu bestellen, da dies nur zu einer unschönen Beförderung der Trinkhast


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige