Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (96)

Stadtleben | aus FALTER 02/13 vom 09.01.2013

Herr K. fragt, ob es legitim ist, dem Postmann in T-Shirt und Boxershorts zu öffnen, wenn er frühmorgens an der Tür klingelt?

Werter Herr K., sollte der Postmann nicht zu nachtschlafender Zeit läuten, dürfen Sie ihn getrost drei Mal klingeln lassen und sich währenddessen zumindest eine Hose überstreifen, denn darauf kann man sich wohl als Minimum einigen: fremden Menschen den Anblick der Unterwäsche zu ersparen. Auch dann, wenn man darin eine ausnehmend gute Figur macht, denn schließlich geht es um die Wahrung der Intimsphäre. Ja, auch wenn es nervt, vom Briefträger aus dem Schlaf gerissen zu werden, erledigt Ihr Gegenüber nur seinen Job. Immerhin steht es Ihnen frei, das Klingeln einfach zu ignorieren und den Brief oder das Paket zu einem späteren Zeitpunkt, ausgeschlafener und vor allem adäquat gekleidet, selbst vom Postamt abzuholen. F

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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