Geh, bitte!

Stadtleben | Gehdankenspiel: Sibylle Hamann | aus FALTER 02/13 vom 09.01.2013

Wien hat ab sofort eine Beauftragte fürs Zufußgehen. Über die Avantgarde urbaner Fortbewegung

London ist eine große Stadt. Sie hat neun Millionen Einwohner, elf U-Bahnen und 673 Buslinien, 2,5 Millionen Autos, die berühmten schwarzen Taxis, ungezählte Fahrräder in den allerschicksten Varianten. London hat also keinen Mangel an Verkehrsmitteln. Dennoch pflegt die Weltmetropole neuerdings eine eher dörfliche Art der Fortbewegung: das Gehen.

Gehen ist, nüchtern betrachtet, eine recht einfache, unglamouröse Sache. Beinahe jeder Mensch lernt es vor seinem zweiten Geburtstag. Man braucht dafür keine Ausrüstung und kein Gerät; Schuhe sind in der kalten Jahreszeit und auf hartem Untergrund zwar hilfreich, aber keine notwendige Bedingung. Man braucht zum Gehen keinen Befähigungsnachweis, kein spezielles Training und muss keine besonderen Regeln beachten. Dennoch haben auch die Londoner und Londonerinnen das Gehen erst wieder richtig lernen müssen.

Anlass dafür waren die Olympischen


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