Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Matcha

Weniger Matsch, dafür ein bisschen mehr Matcha

Stadtleben | aus FALTER 02/13 vom 09.01.2013

Das neue Jahr hat in unseren Breitengraden nur Regen und Matsch gebracht, höchste Zeit, um diese trostlose Tatsache mit einem ungewöhnlichen Geschmack zu beschwichtigen zu versuchen. Süß, sauer, salzig und bitter kennt doch jeder, wie wäre es einmal mit umami? Die Grünteekenner und Trendspezialisten wissen längst Bescheid, wenn von dieser aus Japan kommenden speziellen Geschmacksrichtung die Rede ist. Matcha bezeichnet den pulverisierten Grüntee, der aus den ganzen Blättern des Tencha-Tees gewonnen wird.

Umami entsteht dadurch, dass kurz vor der Ernte die Pflanzen beschattet werden, wodurch massiv Chlorophyll und Aminosäuren entstehen. Die Blätter werden zermahlen - das Ergebnis ist ein leuchtend grünes Pulver, das auch bei der Teezeremonie zum Einsatz kommt. Diesem Tee sagt man hochenergetische Kräfte zu, belebend ohne die unliebsamen Nebenwirkungen von Schwarztee.

Im vielleicht etwas zu gewitzten "Teebuch“ von Anna Burghart (Metroverlag) kann man übrigens allerhand Rezepte mit Matcha nachlesen - da ist von Matcha-Tarte und Matcha-Gnocchi die Rede!

Bei wem es weniger kulinarisch zugeht, der könnte sich zumindest einen hübschen Bambussprudler zulegen, mit dem man den Tee in der speziell gebrannten Keramikschale mit dem abgekühlten Wasser (80 Grad Celsius) vermischt. Schmecken muss es einem halt, das grüne, gesunde und sündhaft teure Zeug. Man kann sich leider nicht alles schöntrinken. Gut Ding braucht Weile. ms


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