Gretchen, zwei Mädchen?

Steiermark | aus FALTER 02/13 vom 09.01.2013

Elfriede Jelinek kommentiert den Klassiker Faust. Und zeitgenössische Gewaltverbrechen

Gretchen wird zu zwei Protagonistinnen und auch sonst wird sich in Elfriede Jelineks "FaustIn and out“ vieles doppeln und zugleich doch entzweien. Die 2004 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnete Autorin kommentiert mit diesem ihrem Stück nicht allein das angeblich meistzitierte Werk der deutschen Literatur. 1808 ist Johann Wolfgang von Goethes "Faust“ erstmals veröffentlicht worden, bereits über ein Jahrzehnt zuvor schrieb er einen Entwurf - den "Urfaust“ - für das spätere Theaterstück. 204 Jahre später assoziiert Jelinek den Stoff mit heimischen Kriminalfällen der jüngsten Geschichte, die um die Welt tradiert wurden. Reporter von BBC bis Al Jazeera drängten sich für Aufsager vor Gartenhecken österreichischer Einfamilienhäuser. Bei Auslandsaufenthalten wurde man einige Monate auf andere Männer als Schwarzenegger und Mozart angesprochen. Das Unmenschliche wollte gefasst werden.

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