Karel, geh mit Gott und sing!

Politik | Analyse: Barbara Tóth | aus FALTER 03/13 vom 16.01.2013

Karel Schwarzenberg könnte bald Tschechiens Präsident werden. Was kann Österreichs Politik daraus lernen?

Es war ein typischer Karel-Schwarzenberg-Moment. Da steht er am Samstag vergangener Woche auf der Bühne des Prager Archa-Theaters mit seinem charakteristischen, dünnen Menjou-Bärtchen und will sich bei seinen Anhängern für den fulminanten Präsidentschaftswahlkampf bedanken. Plötzlich stimmen die hinteren Reihen die tschechische Nationalhymne an. Schwarzenberg lächelt, nimmt Haltung an und fällt ein. Später werden die Zeitungen schreiben, er habe "gesungen“, unter Anführungszeichen. Es war nämlich eher ein brummiger Sprechgesang, und den Ton traf er kein einziges Mal.

Egal, die Tschechen werden ihn auch für diesen Auftritt lieben, der von seinem cleveren Wahlkampftrupp natürlich schon längst auf der Internet-Filmplattform Youtube verbreitet wird. So ist er eben, unser Karel. Ein echter böhmischer Patriot, ein Charakterkopf, dem nichts peinlich zu sein braucht, das


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