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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 03/13 vom 16.01.2013

Es ist erschreckend. Neulich war ich im Kino und sah mir den "Hobbit“ an, freilich in 3D und in dieser neuen Überdrüber-Technologie namens 48 Frames per Second. Das Video zeigt dabei doppelt so viele Bilder pro Sekunde wie bisher (statt 24 nun eben 48 Frames). Das ist eine echte Revolution, weil die Aufnahme deutlich schärfer wird. Doch das hat einen Haken: Die Bildqualität ist so hoch, dass plötzlich alles hyperreal wirkt.

Man sieht jede Pore, jedes Haar und auch die Details vom Set. Der Hut des Zauberers Gandalf sieht zum Beispiel wie eine billige Filzrequisite aus. Viele Kinobesucher sind nun irritiert. Aber Experten geben Entwarnung: Wir werden uns an diese Technologie gewöhnen, nach ein paar Filmen fände man die hohe Auflösung ganz normal. Das will ich hoffen! So müssen sich wohl auch die Menschen im frühen 20. Jahrhundert gefühlt haben, als der Farbfilm aufkam. Schrecklich! Wer will schon so viel Realität im Kino sehen?


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