Technik  

Kindle Paperwhite: fast wie ein echtes Buch

Dinge, die uns brauchen

Medien | Prüfbericht: Thomas Vasek | aus FALTER 03/13 vom 16.01.2013

Ein Buch ist ein Buch, sagen meine Freunde. Man kann darin blättern, Eselsohren reinmachen oder es auch einfach nur ins Regal stellen. Ein Buch ist ein haptisches Erlebnis, ein E-Reader dagegen einfach nur ein Textspeicher. Sinnlich und emotional wirkt das eine, kühl und technisch der andere. Doch die Dinge ändern sich, sage ich: E-Reader simulieren die analoge Leseerfahrung immer besser. Das Beispiel "Kindle Paperwhite“ (189 Euro) zeigt, dass es dabei auf Details ankommt. Das hervorstechendste Merkmal des Geräts ist natürlich die eingebaute Hintergrundbeleuchtung.

Der Witz daran ist nicht nur, dass man damit im Dunkeln lesen kann; vielmehr kommt das beleuchtete Display auch bei Tageslicht der normalen Papierfarbe deutlich näher als das Hellgrau des früheren Modells. Dann kann man auf dem Touchscreen mit einer einfachen Wischgeste umblättern, statt auf einen Knopf zu drücken. Das macht das Lesen flüssiger, die Interaktion mit der Technik tritt in den Hintergrund. Man "vergisst“ irgendwann, dass es sich um ein digitales Device handelt. Auch das Markieren per Finger entspricht dem analogen Vorgang im gedruckten Buch. Mancher mag das für überflüssig halten, schließlich tut es die bloße Anzeige der Titelinformationen ja auch. Doch auch das ist eben wieder so ein Detail, mit dem E-Reader dem gedruckten Buch immer näher kommen. Auch ein virtuelles Buchregal ist - irgendwie - ein Buchregal. Auch wenn meine Freunde lieber zwischen Billy-Regalen wohnen.

Thomas Vasek ist Journalist und Buchautor in München


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