Kiebitze über dem Mississippi

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 03/13 vom 16.01.2013

Quentin Tarantino ist endlich beim Western angelangt. "Django Unchained“ vermag dennoch zu überraschen

What’s your name?“ Mitten in der Nacht hat der elegant gekleidete und ausgesprochen höfliche Mann, auf dessen Kutsche ein überdimensionaler Zahn lustig hin und her wippt, einen Sklaventransport zum Stillstand gebracht. Sprachgewandt hat er sich als Dr. King Schultz vorgestellt, nun möchte er einen Sklaven kaufen und leuchtet mit seiner Laterne jedem einzelnen Gefangenen ins Gesicht. "Django“, antwortet der Vorletzte in der Reihe. "Then you’re exactly the one I am looking for“, sagt Schultz. Mit dem Geld, das er für Django bezahlt, können sich dessen Bewacher allerdings nichts mehr kaufen.

Auch Quentin Tarantino hat offensichtlich nach etwas ganz Besonderem gesucht, obwohl er es eigentlich immer schon vor sich hatte. Denn fast alles in "Django Unchained“ - vom ersten Ton bis zur letzten Einstellung - entstammt jenem riesigen popkulturellen Fundus, aus dem sich Tarantino


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