Das Genie und die Schurken

Feuilleton | Sittenbild: Matthias Dusini | aus FALTER 03/13 vom 16.01.2013

Experte Werner Spies ging Fälschungen auf den Leim. Nun kuratiert er eine Max-Ernst-Retrospektive

Es war die Begegnung meines Lebens“, erinnert sich der Kunsthistoriker Werner Spies an jenen Tag im Jahr 1966, an dem er in Paris den Künstler Max Ernst (1891-1976) traf. Zwischen dem deutschen Maler, der aus dem amerikanischen Exil nach Europa zurückgekehrt war, und dem 46 Jahre jüngeren Publizisten entwickelte sich eine enge Freundschaft. "Er war einer der größten Geister des 20. Jahrhunderts“, schreibt Spies in seiner neuen Autobiografie "Mein Glück“. Sie erzählt vom Musterbeispiel einer produktiven Zusammenarbeit.

Der junge Bewunderer und Kunstjournalist machte den in Vergessenheit geratenen Exilanten, dessen Spätwerk zudem unter mangelnder Qualität litt, wieder bekannt. Er organisierte Dutzende Ausstellungen, publizierte Bücher und war maßgeblich an dem sieben Bände umfassenden Werkverzeichnis beteiligt.

Bis heute richtet Spies über die Echtheit von Werken, die im Kunsthandel


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