Stadtrand 

Weiße Weihnachten Mitte Jänner

Urbanismuskolumne

Stadtleben | aus FALTER 03/13 vom 16.01.2013

Christopher Wurmdobler freut sich über den Schnee in der Stadt wie ein Schneekönig

White Christmas“, brüllte die Frau begeistert in ihr Handtelefon. Da Weihnachten schon ein paar Wochen her war und die Frau das restliche Telefonat in einer unbekannten Sprache führte, durfte man davon ausgehen, dass es darin kein Wort für frisch gefallenen Schnee gab.

Die Wiener, die am Montag mit missmutigen Gesichtern auf dem Weg zur Arbeit waren, kannten hingegen eine Menge Worte für frisch gefallenen Schnee: "G’schissener“, "Oaschlochwetter“, "Schasschnee“ und so weiter. Natürlich wäre die weiße Pracht vom Wochenanfang am Wochenende hübscher gewesen. Man hätte durch den Schnee spazieren können, und die Winterstiefel hätten darin lustig geknirscht. Dann hätte man ein gemütliches Gasthaus mit Wien-Blick aufsuchen, die kalten Finger am Kaminfeuer wärmen und heiße Frittatensuppe bestellen können. Anschließend noch eine kurze Wanderung zurück in die Stadt, und den Abend gemütlich auf dem Sofa. Hätte man. Können. War möglich. Vielleicht hätte man dann am Montag auch Spaß am Schnee gehabt. Und "White Christmas“ gebrüllt. Ganz laut.


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