Prost!  

Über das chamäleonhafte Dasein der mysteriösen Aroniabeere

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Vulkansaft

Stadtleben | aus FALTER 03/13 vom 16.01.2013

Wahrscheinlich wissen Sie längst, was es mit der Aroniabeere auf sich hat. Sie ist neben der erdigen Dirndl und der pelzigen Hagebutte einer der Tausendsassas unter den heimischen Beeren und wird oft als Vitamin-C-Knecht den Starsäften beigemischt, ohne selbst zur Geltung zu kommen. Aber das hat vielleicht auch berechtigte Gründe. Oft auf Saftpackungen gelistet, wurde bislang eine Verwirrung der Autorin aufgrund einer lautmalerischen Erinnerung an die Großmutter gespeist.

Die oftmals verkochten Rauna (was mostviertlerisch ausgesprochen mit einem dunklen Bellen zu vergleichen ist) bezeichnen aber die Roten Rüben, und die haben geschmacklich nichts mit der Aroniabeere zu tun. Nun ist es ja wieder an der Zeit, von Champagner- auf Saftmodus zu stellen, und zu diesem Behufe bietet sich der Vulkansaft der Firma Christandl an. Vulkansaft deshalb, weil der Familienbetrieb in der thermenreichen Region der südöstlichen Steiermark gelegen ist und die im Zuge der Bezirkszusammenlegungen beinahe offiziell "Vulkanland“ geheißen hätte. Das war dem Land Steiermark dann doch zu heiß, und man nannte den Bezirk schließlich Südoststeiermark.

Bei diesem Saft wird zwar die Aroniabeere wieder einmal unter das Joch des Apfels gestellt, aber es ist in diesem Fall gerechtfertigt. Der Apfelgeschmack bekommt eine andere Tönung, manche sagen, sie würden Birnensaft trinken, andere wiederum schmecken Kirschsaft heraus. Es ist das Chamäleon unter den Beisäften. MS


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