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Steiermark | Nachruf: Robert Reithofer | aus FALTER 03/13 vom 16.01.2013

Die große slowenische Schriftstellerin Maruša Krese ist letzte Woche in Ljubljana gestorben

Kein Stadtschreiber hat sich so wie Maruša Krese auf die Menschen in Graz eingelassen“, erinnert sich Birgit Pölzl, die Literaturverantwortliche des Kulturzentrums bei den Minoriten. Das Cerrini-Schlössl auf dem Schloßberg, wo Stadtschreiber stets hausen, hat Krese zu einem Ort der Begegnung für Schriftsteller gemacht, als sie 2005 ihr Amt antrat.

Die Weite ihrer Persönlichkeit, die Offenheit und eine unstillbare Neugier auf die Welt charakterisierten Maruša Krese. 1947 in Ljubljana geboren, lebte die studierte Literaturwissenschaftlerin, Kunsthistorikerin und Psychotherapeutin seit den 1990er-Jahren in London, Utrecht oder Berlin und seit 2005 auch immer wieder in Graz. Der kriegerische Zerfall Jugoslawiens und der mörderische Nationalismus in den Nachfolgestaaten haben Krese zu einer postjugoslawischen Nomadin werden lassen. Die Prekarität des menschlichen Lebens, Heimatlosigkeit und


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