Theater  Kritik

Wannst a Weh brauchst: Goldoni im Gürtelmilieu

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 03/13 vom 16.01.2013

Fast schon beängstigend, wie gut die Gaunersprache allen hier von der Zunge geht. Die Übertragung ins Wienerische (Bruno Max) macht aus Goldonis "Diener zweier Herren“ "A Schackl, zwaa Scheefs“. Marcus Ganser siedelt die Komödie im Gürtelrotlichtmilieu um 1970 an, setzt auf ein wunderbares Bühnenbild (dreckiger Hinterhof außen, puffroter Samt innen) und ein großartiges Scala-Ensemble. Bernie Feit gibt als weinerlicher, bauernschlauer und stets hungriger "Schackl“ sogar Lieder der Worried Men Skiffle Group ("Glaubst i bin bled?“, "I bin a Weh“) zum Besten. Warnung des Jugendschutzbeauftragten: Einige Passagen sind äußerst derb, und es wird auch mit Essen jongliert - dennoch (oder deswegen) ein ganz großer Spaß!

Scala, Fr, Sa, Di, Mi 19.45 (bis 1.2.)


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