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Ein Panoptikum der Dekadenz als Opernsatire

Lexikon | aus FALTER 03/13 vom 16.01.2013

Maderna, Nono, Nuria Schoenberg

Bruno Maderna hat in seinem Todesjahr 1973 nach Motiven eines Romans des römischen Senators Titus Petronius die Bestandsaufnahme einer sich auflösenden Gesellschaft in Collagenform vertont. "Satyricon“ schildert das Gastmahl des Emporkömmlings Trimalchio, der seinen Reichtum protzend zur Schau stellt. Mit übereinander geschichteten Zitaten Verdis, Offenbachs, Wagners, Puccinis oder John Philipp Sousas wird in 16 Bühnenszenen und fünf Tonbandeinspielungen auch mit Sackgassen der modernen Kunst und der Neuen Musik abgerechnet. Die damit freigelegten Parallelen zum 20. Jahrhundert wie Egoismus, Geldgier und Sittenverfall sind heute so aktuell wie je. Die konzertante Aufführung mit hervorragenden Sängern (zwei Tenöre, Mezzosopran), Mitgliedern des Vokalensembles Nova und dem Klangforum Wien leitet Emilio Pomàrico. HR

Theater an der Wien, Mi 20.00


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