Im Stillstand, marsch!


Reportage: Barbara Tóth
Politik | aus FALTER 04/13 vom 23.01.2013

Die Wehrpflicht bleibt, aber eine kleine Elite österreichischer Soldaten formt heute schon das Militär der Zukunft. Zu Besuch bei zwei Visionären

Maria Theresia lächelt maliziös, aber das darf sie, schließlich war sie schon Witwe, als ihr Porträt gemalt wurde. "Mach’ er mir tüchtige Officirs und rechtschaffene Männer daraus“, lautete die kaiserliche Weisung an ihren ersten Kommandanten, den Feldmarschall Leopold Joseph von Daun, im Jahr 1751. Die so gegründete Theresianische Militärakademie ist die älteste ihrer Art auf der Welt. Wie ein Monument der Beharrung thront sie inmitten von Wiener Neustadt. Tatsächlich passiert hinter den Mauern aber Revolutionäres. Bald wird man auf den blankgewienerten Steingängen und in den stofftapezierten Studierräumen wieder viele Sprachen der ehemaligen Monarchie hören: Bulgarisch, Tschechisch, Albanisch, Rumänisch, Polnisch, Slowakisch und Englisch, als lingua franca des modernen Soldaten. Denn seit pro Jahr nur mehr 40 österreichische

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