Menschenfleischsuche: die tägliche Hetzjagd im Internet

Politik | Rezension: Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 04/13 vom 23.01.2013

Das Internet verleiht Skandalen eine neue Dynamik, die auf archaische Triebe baut und bei denen schon einmal der Tod des Opfers gefordert wird

Wenn ein Opfer berühmt oder mächtig ist, reichen oft Kleinigkeiten, um einen Skandal auszulösen. Und Skandal heißt immer auch: Medienhatz. Eine Medienhatz macht besonders Spaß, wenn sie "moralisch“ gerechtfertigt erscheint. Etwa wenn die Fallhöhe des "Täters“ hoch genug ist, wie bei Ministern oder Bundespräsidenten, wie die Skandale um Theodor zu Guttenberg oder Christian Wulff in Deutschland gezeigt haben. Oder wenn man jemanden im Namen der Opfer verfolgen kann - Kriegsverbrecher, Vergewaltiger, Pharmakonzerne et cetera.

Gemeinsam ist solchen "Skandalen“ oft, dass Details des Vorfalls in der Öffentlichkeit oft unbekannt bleiben; und dass sie schnell eine herrschende Meinung entstehen lassen.

Bernhard Pörksen und Hanne Detel analysieren eine neue Form von Skandal: den "entfesselten Skandal“. Er findet im Internet statt. Und er kann


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