Mediaforschung  

Warum stellt Hofer Fragen, gibt uns aber keine Antworten?

Verführungskolumne

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 04/13 vom 23.01.2013

Der Lebensmittelhändler Hofer ist kompliziert, das kann man so sagen. Er schaltet eine Inseratenkampagne auf Seite 1 der auflagenstarken Bundesländerzeitungen (das ist teuer) und der noch auflagenstärkeren Boulevardblätter des Landes (das ist richtig teuer!), aber über die wertvolle Werbeschaltung möchte Hofer nicht sprechen. "Informationen möchte die Firma nicht so gerne herausgeben“, lässt das Unternehmen dem Falter ausrichten. Das verwundert. Ebenso wie die Kampagne an sich.

Denn Hofer stellt im Zuge der Kampagne nicht so spannende Fragen und bleibt zunächst auch die Antworten schuldig. Zum Beispiel auf dem Plakat neben dem gepflügten Acker im Süden von Rothneusiedl. Da prangt auf himmelblauem Hintergrund die Frage: "Wo gibt’s mehr Frische und Qualität?“ Keine Antwort, kein Firmenlogo, nur Himmelblau. Man kratzt sich am Kopf: Wirbt da jemand fürs Wiener Hochquellwasser? Hat es der Biobauer von nebenan affichiert? Oder ist es doch bloß eine subtile Botschaft von Scientology? Dann wendet man sich wieder den Krähen zu, die über dem Acker kreisen, und denkt sich: "Mir wurscht.“

Und nun die Inseratenwelle, die über die Zeitungslandschaft hereinbrach: "Wo kann ich mehr heimtragen und weniger hinlegen?“ Und im Boulevardblatt Österreich: "Apropos Österreich: Wo gibt’s Gutes aus Österreich billig?“ Wer wissen will, wer damit gemeint sein will und hier inseriert hat, muss die Zeitung kaufen und auf Seite 2 blättern: Da Hofa woar’s.

Verdächtig hat er nicht ausg’schaut.


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