O Captain! My Captain!

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 04/13 vom 23.01.2013

Steven Spielberg konzentriert sich in "Lincoln“ auf einen kurzen Moment in der Karriere des 16. US-Präsidenten

Der alte Abraham Lincoln (Daniel Day-Lewis) ist ein Mann der Worte. Ständig erzählt er Geschichten, gibt Anekdoten und Lebensweisheiten zum Besten. Diesmal muss der radikale Republikaner Stevens (Tommy Lee Jones) beim Empfang im Weißen Haus eine Allegorie des Präsidenten über sich ergehen lassen, weil diesem das Ungestüm seines Abgeordneten gar nicht recht ist. Wer einen Kompass besitzt, so Lincoln, der wisse zwar immer über die einzuschlagende Richtung Bescheid, nicht aber über die Wüsten und Sümpfe, die auf diesem Weg ein Weiterkommen verhindern.

Damit spielt Lincoln auf den politischen Morast in Washington an, in den rasch hineingezogen werden kann, wer nicht bereit ist, für sein Ziel den einen oder anderen Umweg in Kauf zu nehmen. Und ein solcher ist im Jänner 1865 notwendig, denn Stevens’ vehementer Einsatz für die allgemeine Gleichstellung der Schwarzen läuft


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