Buch der Stunde

Ohne Verwirrung keine Sprachkunst

Feuilleton | Erich Klein | aus FALTER 04/13 vom 23.01.2013

An die drei Dutzend Bücher hat der Wiener Lyriker, Essayist und Romancier Ferdinand Schmatz seit den späten 70er-Jahren geschrieben, zahlreiche Literaturpreise hat er erhalten. Schmatz gilt als "schwierig“, bestenfalls "spröde“, er selbst bezeichnet sich unumwunden als "Dichter“. Wie es dazu ausgerechnet in einer Zeit kam, in der die "experimentelle“ Literatur zu Grabe getragen wurde, entschlüsselt der Berliner Literaturwissenschaftler Sebastian Kiefer in seiner imposanten, 600-seitigen Schmatz-Studie.

Auch hier standen "blumige Gefühlsausdrucks- und Naturbetrachtungsverslein, in denen adoleszente Lebens- und Liebesnöte ihre Metaphern und Klänge suchen“, am Anfang. Gemeint sind die allerersten Schreibversuche des jungen Schmatz, die sich als Vorlass im Österreichischen Literaturarchiv befinden. Bald aber fiel die grundsätzliche Entscheidung darüber, wie den Gattungen Gedicht und Roman eine Poetik verschafft werden könnte, "die den Namen heute verdient“.

Kiefer bringt


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