Ohren auf  

Vertrieben, vergessen, wiederentdeckt

Sammelkritik: klassische Musik neu komponiert und neu entdeckt

Feuilleton | Miriam Damev | aus FALTER 04/13 vom 23.01.2013

In der Stille liegt die Kraft, weiß Arvo Pärt. Immer wieder ist der 1935 geborene estnische Komponist abgetaucht, er wurde zum musikalischen Einsiedler. Vor drei Jahren entstand "Adam’s Lament“ für Chor und Orchester, nun ist die Auftragskomposition der damaligen Kulturhauptstädte Istanbul und Tallinn bei ECM erschienen. Als Vorlage dienten die Schriften des heiligen Mönchs Siluan, der den Schmerz Adams über den Verlust des Paradieses beklagt. Dabei verzichtet Pärt ganz bewusst auf fetten Orchestersound oder spektakuläre Kompositionstechniken. Und doch besitzt das Stück eine hochpoetische, expressive, ja beinahe transzendentale Kraft. Die mystischen altorthodoxen Gesänge werden mit dem sinnlichen Klang von Streichern zu Musik verwoben, die berührt und zutiefst bewegt.

Still war es lange Zeit auch um Imogen Holst, die Tochter von Gustav Holst. Nun würdigt Harmonia Mundi mit "Choral Works“ das Schaffen der Komponistin. Im Mittelpunkt steht ihre originelle Orchestrierung von


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