Stadtrand 

Wenn das Volk abstimmt

Urbanismuskolumne

Stadtleben | aus FALTER 04/13 vom 23.01.2013

Hundezonen sind ein Ort, an dem man dem Volk den Puls fühlen kann. Sollten sich die Herren und Frauen Spitzenpolitiker dafür interessieren, was bei den sogenannten kleinen Leuten Sache ist, sollten sie sich einen Hund anschaffen. Was so alles auf die Volksseele drückt, erfährt man in den Zonen ungeschönt. In Meidling etwa, einem der traditionellen Hacklerbezirke Wiens, wird mehr politisiert als in der Zone am Franz-Josefs-Kai im Ersten, wo es die Leute anscheinend weniger notwendig haben zu raunzen.

Der aktuelle Hundezonenrenner dieser Tage ist die Bundesheervolksabstimmung. In einigen Meidlinger Huzos hat man von seinem Recht, "endlich a amoi wos sagn zu können“, Gebrauch gemacht und war - wenig überraschend - klar gegen das Berufsheer. Die Begründungen klingen folgendermaßen: "De Jugend von heit soi a amal wos hackln! De wissn jo nimma, wos des haßt, anzuzahn. A bissl Disziplin, des schodt eana ned.“ Erstaunlich, aber offenbar gilt sinnloses Anbrüllen immer noch als die bessere Lehrmethode als der soziale Dienst an der Gesellschaft.


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