Prost!  

Muss es denn immer Konzeptsaft sein, wie wär’s mit Funktionssaft?

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Quittensaft

Stadtleben | aus FALTER 04/13 vom 23.01.2013

Auf der immerwährenden Suche nach dem perfekten nichtalkoholischen Getränk kommt einem allerhand, wenn auch zum Teil doch schmackhafter Schabernack unter. Konzeptsäfte namens "Gute Laune“ und "Fit für den Tag“ sind schon alte Hüte in dieser Branche. Es muss etwas Neues, etwas Echtes in den Rachen gespült werden. Was ist mit Funktionssäften? Das klingt ein wenig nach Funktionsunterwäsche, deren Nachfrage dieser Tage sicherlich gestiegen ist.

Der Obsthof Retter in Pöllauberg in der Nähe von Hartberg hat sich auf die Herstellung von Funktionssäften spezialisiert. Dabei handelt es sich um Direktsaft ohne jegliche Beigabe von weiteren Ingredienzien. Pur wird in diesem Zusammenhang gerne gesagt. Dass man sich hier nicht nur auf alte Apfel- und Birnensorten im herkömmlichen Sinn versteift hat, ist klasse. Denn auch die Quitte und der Granatapfel wurden hier mithilfe einer schonenden und speziellen Pressung entsaftet, was bei der trockenen Quitte ja einiges an Ausgangsmaterial erfordert. Bei Kindern löste die überraschend süße Quitte merkwürdige Urlaute aus; aber ihr Gaumen verlangte nach mehr!

Jene armen Geister, die in jungen Jahren mit Quittenkäse gequält wurden, kann man damit nicht hinterm Ofen hervorlocken. Dieser Saft ist aufgrund seines Preises auch nicht für den Dauereinsatz geeignet. Die Funktion Gesundheit wird hier angepeilt; das heißt, dass man entweder morgens oder schlückchenweise über den Tag verteilt konsumiert, unverdünnt! MS


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