Musiktheater  Kritik

Wenn Sängerdarsteller statisch outrieren müssen

Lexikon | aus FALTER 04/13 vom 23.01.2013

Bei Georg Friedrich Händels "Radamisto“ verlegte sich Regisseur Vincent Boussard darauf, die Opera seria als Familiendrama mit Versatzstücken aus der Psychoanalyse umzusetzen, ergänzt durch Projektionen von Fischen, Wasser und Wolken sowie einem Tisch, Stühlen und einem Schirm, die Beziehungen zum Unbewussten aufweisen (sollen). Drei Türen sind entweder offen (und bespielbar) oder verschlossen. Das ändert nichts an der grandiosen Lesart von René Jacobs und den makellosen Gesangskulturleistungen des Countertenors Steven Daniels, des sich erst ganz am Ende läuternden Bassbariton-Tyrannen Florian Boesch und der beiden Sopranistinnen, die outrierend ihre Arien so darstellen müssen, wie sich das Regiekonzept ihre jeweiligen Affekte vorstellt. HR

Theater an der Wien (P 20.1.), So, Di, Do, 19.00


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