Neu im Kino

Zufallsbekanntschaften im Zug: "Indian Dreams“

Lexikon | Sabina Zeithammer | aus FALTER 04/13 vom 23.01.2013

Bhupinder Chauhan möchte das Meer sehen. Von Delhi aus macht der junge Inder sich per Zug auf den Weg in den Süden, begleitet von den beiden Filmemachern Walter Größbauer und Claudia Pöchlauer. Die Dokumentation "Indian Dreams“ ist das Ergebnis dieser vierwöchigen Expedition. Wie die Reise selbst lässt auch der Film sich vom Zufall leiten. Oberstes Gebot ist Offenheit gegenüber anderen Menschen: Zufallsbekanntschaften laden spontan in ihre Häuser ein, werden von ihrem geradeheraus fragenden Landsmann in persönliche Gespräche verwickelt, die punktuelle Einblicke in die indische Gesellschaft und ihre Probleme erlauben. Auch der nachdenkliche Protagonist selbst und seine Sehnsucht nach dem Meer, die zwischen den vielen Stationen fast in Vergessenheit gerät, sind Bausteine des Films. Auf Hintergrundinformationen wird großteils verzichtet, insgesamt bleibt der schweifende, teils flüchtige Blick des Reisenden die zentrale Perspektive. Zwar fehlt "Indian Dreams“ damit ein klares Hauptaugenmerk, doch bietet das wie zufällig entstandene, inhomogene Geflecht aus kurzen Handlungsfäden viele interessante Begegnungen.

Ab Fr im De France (OmU)


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