Trickreiches Vorgehen

Von Uns * An Uns | aus FALTER 05/13 vom 30.01.2013

Betrifft: "Wien wächst. Aber wie! Aber wie?“ von Chr. Chorherr, Falter 4/13

Die Visionen von Herrn Chorherr sind Visionen, die nur mit vertraglich konsequenten Follow-ups realisierbar sind.

Und das "Aber wie?“ kann nur mit fachlich fundierten Raumplanern und Experten unter Einbeziehung aller Betroffenen und der Umweltgegebenheiten geplant und realisiert werden.

Seine Argumentation des trickreichen Vorgehens widerspricht per se der Idee der Bürgerbeteiligung und Transparenz der Grünen und spiegelt seine innere Einstellung, nur er allein weiß, was richtig ist.

Die Taten von Herrn Chorherr sprechen zudem eine andere Sprache! Konkret im Fall seiner Unterstützung der Umwidmung des Cineplexx-Geländes von 26 Metern direkt an der verkehrsreichen Reichsbrücke auf ein Wohnhochhaus von 150 Metern in 30 Meter Entfernung zum Hochhaus Neue Donau. Hier unterstützt er trickreich das jahrzehntelang gut geölte Netzwerk der Stadt Wien und befürwortet eine Monokultur mit freifinanzierten Eigentumswohnungen, deren Erbauungskosten bei mindestens 4000 Euro pro Quadratmeter liegen.

Dichte um jeden Preis? Ja! Wind, Lärm, Zerstörung des Erholungsgebietes Neue Donau, Belastung der Anrainer und erfolgreiche Umsetzung von Stadtentwicklungszielen werden negiert.

Die zukünftigen Bewohner kennen wir noch nicht, doch sind wir der Meinung, dass sich die Käufer von Luxuswohnungen das Auto weiterhin leisten werden - auch wenn ihnen Herr Chorherr das Fahrrad oder das Carsharing "aufs Aug drücken“ will - denn die notwendig vorgeschriebenen Stellplätze wurden bereits auf die Hälfte reduziert.

Anstatt den multifunktionellen Mix eines 13 Jahre jungen und funktionstüchtigen Gebäudes für Infrastruktur zu nutzen und Nein zu Widmungen auf Wunsch von Investoren zu sagen, ist sein Trotzdem die Befürwortung der von ihm kritisierten Strukturen.

Irmgard Taibl


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