"Das Perverse ist hier ganz normal“

Politik | Interview: Barbara Tóth, Prag | aus FALTER 05/13 vom 30.01.2013

Am Ende waren alle gegen ihn. Karel Schwarzenberg über einen denkwürdigen Wahlkampf und die Probleme, vor denen die tschechische Gesellschaft jetzt steht

Karel Schwarzenberg ist ein tschechischer Popstar, auch ohne Wahlsieg. Stolz tragen die Prager die pink-gelb-schwarzen Buttons seiner Kampagne am Revers. Wer sich traut, bittet ihn um ein gemeinsames Handyfoto, wie jene drei jungen Servierkräfte im Hotel Josef, das er gerade betreten hat. Mit 45,2 zu 54,3 Prozent unterlag er in der Stichwahl zu den Präsidentenwahlen vergangenes Wochenende seinem Rivalen Miloš Zeman. Erstmals wählten die Tschechen ihren Präsidenten direkt, der Wahlkampf war hart, untergriffig und nationalistisch. Miloš Zeman war der Kandidat der einfachen Leute auf dem Land, Schwarzenberg des aufgeklärten, jungen Bürgertums. Die Nachwehen der Auseinandersetzung werden Tschechien noch lange begleiten. Und auf Schwarzenberg lasten - paradoxerweise - ebenso hohe Erwartungen wie zuvor.

Falter: Herr Schwarzenberg, Sie


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